Aromapflege für Pferde
Dein Pferd sagt dir, welchen Duft es mag.
Pferde riechen um ein Vielfaches feiner als wir. Deshalb gehört zu jedem Öl die Frage, ob dein Pferd es überhaupt riechen möchte. Ich zeige dir, wie du Öle sorgfältig auswählst, richtig verdünnst und so anbietest, dass dein Pferd selbst entscheiden darf.

im Kurs
zum Nachlesen
als Lehrmeisterin
Die Methode
Der Riechtest
In der Aromapflege beim Pferd bietest du einen Duft an, und dein Pferd zeigt dir, ob es ihn annimmt oder ablehnt. Das sagt etwas über seine Vorliebe, nicht über einen Bedarf. Der Riechtest ist die Art, diese Antwort ernst zu nehmen.
Schritt 1
Anbieten
Die geöffnete Flasche etwa eine Handbreit vor der Nüster halten, nicht näher. Dein Pferd muss jederzeit den Kopf wegdrehen können. Das ist keine Nebensache, das ist die halbe Methode.
Schritt 2
Lesen
Jetzt nur beobachten. Kommt es näher, atmet es tief ein, beginnt es zu kauen, zu blinzeln, den Kopf zu senken? Oder dreht es ab, hebt den Kopf, wird unruhig? Beides ist eine Antwort.
Schritt 3
Annehmen oder lassen
Nur ein Öl, das angenommen wird, kommt zur Anwendung. Ein abgelehntes Öl wird nicht überredet, sondern weggestellt. Nächste Woche kann die Antwort schon eine andere sein.
Der Riechtest ersetzt keine Diagnose. Er sagt dir, womit du arbeiten darfst, nicht, was deinem Pferd fehlt. Bei Pferden mit Husten, Asthma oder anderen Atemwegsproblemen setze ich keine Düfte ein und vernebele nichts. Atemwege gehören zur Tierärztin.
Aus meinem Schrank
Sechs Öle, mit denen ich am meisten arbeite
Keine Sammlung von dreißig Fläschchen. Wenige Öle, die du wirklich kennst, bringen dich weiter als ein volles Regal, in dem du dich nicht auskennst.
Lavendel fein
Lavandula angustifolia
Mild, blumig, vertraut. Wird von fast jedem Pferd angenommen und ist deshalb das erste, mit dem ich einer Einsteigerin den Riechtest zeige.
Ester · Monoterpenole
Römische Kamille
Chamaemelum nobile
Fein, apfelartig, sehr mild im Duft. Und sehr teuer, weil die Ausbeute winzig ist.
Ester
Weihrauch
Boswellia carterii
Warm, harzig, würzig. Wird von vielen Pferden gern angenommen.
Monoterpene
Pfefferminze
Mentha × piperita
Frisch und kühl im Duft. Wegen des Ketonanteils eines der Öle, bei denen Dosierung und Abstand wirklich zählen. Nichts für nebenbei.
Monoterpenole · Ketone
Atlaszeder
Cedrus atlantica
Schwer, holzig, bodennah. Ein tiefer, warmer Duft, den viele Pferde gern annehmen.
Sesquiterpene
Rosengeranie
Pelargonium graveolens
Rosig und frisch. Riecht für viele Menschen zu blumig und wird von Pferden trotzdem oft deutlich angenommen.
Monoterpenole
Angaben zur Stoffklasse sind fachliche Einordnung, keine Heilaussage. Wie diese Öle beim Pferd wirken, ist wissenschaftlich kaum untersucht. Welches Öl für dein Pferd passt, entscheidet der Riechtest, nicht diese Liste.
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- Neun Öle im kurzen Porträt
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Zehn Phasen von den Grundlagen der Destillation bis zur eigenen Anwendung am Pferd. Kein Öllexikon zum Auswendiglernen, sondern der Weg dahin, dass du eigene Entscheidungen fachlich begründen kannst. Online, in deinem Tempo, an jeder Lektion Platz für deine Notizen.
- 10 Phasen, 54 Lektionen
- Zeitlich unbegrenzter Zugang
- Läuft im Browser, auch am Handy im Stall
- 01Hydrolate für Pferde
- 02Grundlagen der Aromapflege
- 03Biochemie der ätherischen Öle
- 04Die Stoffklassen
- 05Anatomie und Physiologie des Pferdes
- 06Aufnahmewege und Verstoffwechslung
- 07Sichere Anwendung und Riechtest
- 08Kontraindikationen und Grenzen
- 09Die wichtigsten Öle im Portrait
- 10Praxis und Abschluss

Wer hier schreibt
Yasi
Ich bin Yasemin, Ernährungsberaterin für Pferde aus Buchen im Odenwald, und zur Aromapflege bin ich über meine eigene Stute gekommen: Helena, mit der Diagnose PPID.
Über die Fütterung hatte ich viel in der Hand. Über alles andere lange nicht: Anspannung, Umstellungen, die Tage, an denen sie einfach nicht bei sich war. Ätherische Öle waren der erste Bereich, in dem ich gemerkt habe, dass Helena mir sehr genau sagen kann, was sie gerade möchte. Ich musste nur lernen, hinzusehen.
Heute arbeite ich mit Ölen und Hydrolaten als Begleitung. Neben dem Tierarzt, neben der Fütterung, nie an ihrer Stelle. Und ich gebe weiter, was ich dabei gelernt habe: sauber, fachlich, ohne Versprechen, die kein Öl halten kann.
Zur Fütterung berate ich unter meiner zweiten Marke Pferdeliebehealthy.
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Häufige Fragen
Sind ätherische Öle für Pferde überhaupt sicher?
Richtig eingesetzt ja, falsch eingesetzt nein. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenauszüge. Für einen Tropfen Rosenöl brauchst du Blüten aus einem ganzen Beet. Unverdünnt aufs Fell, in die Nähe der Augen, ins Futter oder über die Tränke haben sie nichts zu suchen. Entscheidend sind drei Dinge: Verdünnung, Aufnahmeweg und die Zustimmung des Pferdes.
Woran erkenne ich gute Qualität?
Auf dem Etikett muss der botanische Name stehen, das Herkunftsland, die Gewinnungsart und im besten Fall das Chargen-Analysenzertifikat. „Naturidentisch“, „Duftöl“ oder „Aromaöl“ sind keine ätherischen Öle. Ein dunkles Glasfläschchen ist Pflicht, kein Verkaufsargument.
Was ist der Unterschied zwischen Öl und Hydrolat?
Beide entstehen bei derselben Wasserdampfdestillation. Das ätherische Öl ist der fettlösliche Teil, der oben aufschwimmt; das Hydrolat ist das Destillationswasser darunter, angereichert mit den wasserlöslichen Pflanzenstoffen. Hydrolate sind um ein Vielfaches milder und für den Stallalltag oft der bessere Einstieg, besonders bei jungen, alten oder sehr empfindlichen Pferden.
Und bei trächtigen Stuten, Fohlen oder alten Pferden?
Da wird die Liste der Öle kurz und die Verdünnung niedrig. Ketonhaltige Öle wie Pfefferminze, Salbei oder Rosmarin gehören dort nicht hin. Wenn du unsicher bist, arbeite mit Hydrolaten oder gar nicht. Und sprich vorher mit deinem Tierarzt.
Und bei Pferden mit Husten oder Asthma?
Bei Pferden mit Husten, Asthma oder anderen Atemwegsproblemen setze ich keine Düfte ein und vernebele nichts. Atemwege gehören zur Tierärztin. Ätherische Öle können gereizte Atemwege zusätzlich reizen, auch beim Riechtest.
Kann ich Öle einfach ins Futter geben?
Nein. Die innerliche Anwendung ist der heikelste Weg überhaupt und gehört in fachkundige Hände, nicht in den Futtereimer. Für zu Hause bleibt es beim Riechen und, gut verdünnt, beim Auftragen auf die Haut.
Was ist mit dem Equidenpass?
Schau vorher in den Pass. Ist dein Pferd nicht als „nicht zur Schlachtung bestimmt“ eingetragen, sprich vor jeder Anwendung auf der Haut mit deiner Tierärztin.
Und bei Turnierpferden?
Sei hier sehr vorsichtig. Einzelne Inhaltsstoffe ätherischer Öle, zum Beispiel Campher oder Menthol, können bei Dopingkontrollen auffallen. Prüf vor jedem Turnier die aktuellen Regeln deines Verbands und sprich mit deiner Tierärztin.
Ersetzt Aromapflege den Tierarzt?
Nein, und das ist keine Höflichkeitsfloskel. Ätherische Öle sind Begleitung, keine Behandlung. Bei Lahmheit, Fieber, Koliksymptomen, Wunden oder allem, was plötzlich kommt: erst der Tierarzt. Das Fläschchen kann warten.
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